Bevor wir Menschen Styropor erfunden haben, wussten Tiere bereits, was gute Dämmung bedeutet.
Der Hase bereitet sich in seiner Mulde ein Lager aus Gras und Fell — dünn, aber durchdacht. Er liegt niemals auf nacktem Boden. Der Bär legt sich vor dem Winterschlaf nicht einfach auf den blanken Höhlenboden. Er trägt trockenes Laub, Gras, Moos und Zweige zusammen und schafft sich eine bis zu 30 cm dicke, weiche Unterlage, die ihn von der kalten Erde trennt.
Sein Instinkt sagt ihm nur eine einzige Regel: Die Erde stiehlt dir die Wärme. Jede Kalorie, die der Körper zum Wärmen verbraucht, ist eine Kalorie weniger für das Überleben des Winters.
Keiner von beiden hat einen Kurs in Bauphysik besucht. Keiner hat einen Energieausweis für seine Behausung erstellt. Und dennoch wissen beide instinktiv, dass zwischen ihnen und der kalten Erde eine möglichst dicke Dämmschicht liegen muss.
Die Mathematik des Bären, übersetzt in Bauphysik
Was der Bär tut, ist nicht nur eine anschauliche Metapher — es ist messbar gute Dämmung.
Das Material seines Lagers weist eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit auf (Lambda etwa 0,05 W/mK). Sein 30 cm dickes Lager erreicht daher einen Wärmedurchgangskoeffizienten U von etwa 0,17 W/m²K.
Das ist fast doppelt so gut wie das, was wir mit 10 cm Styropor unter den Fundamenten unserer Häuser erreichen (U etwa 0,32 W/m²K).
Einfach gesagt: Der Bär schafft sich instinktiv eine fast doppelt so gute Dämmung, wie sie in Standardausführung 10 cm Styropor unter der Fundamentplatte bieten. Die Frage, die sich von selbst aufdrängt: Wäre der Bär mit unseren 10 cm zufrieden?
Warum das nicht nur eine Kuriosität, sondern ein Argument ist
Dieser Vergleich zeigt anschaulich etwas, das man bei der Bauphysik leicht übersehen kann — wie viel Dämmung "genug" ist, ist eine Frage des Grades, kein Absolutwert.
Eine standardmäßige 10 cm starke EPS-Dämmschicht unter einer Fundamentplatte reduziert den Wärmedurchgangskoeffizienten des Bodens von etwa U = 1,0 W/m²K bei einer ungedämmten Bodenplatte auf ungefähr U = 0,32 W/m²K. Das ist eine deutliche Verbesserung – und dennoch weniger, als ein Bär mit natürlichen Materialien ganz von selbst erreicht.
Deshalb empfehlen wir in bestimmten Fällen 20 cm EPS-Dämmung statt 10 cm. Dadurch lassen sich die Wärmeverluste über den Boden um weitere 40 bis 50 % reduzieren.
Wann lohnt sich das am meisten?
- Wenn sich das Haus in einer kälteren Region befindet, zum Beispiel in einer Bergregion, wo der Boden unter den Fundamenten deutlich kälter ist als in Küstengebieten.
- Wenn Sie eine Fußbodenheizung haben oder planen, da diese aufgrund der höheren Bodentemperatur bei einer schlecht gedämmten Fundamentplatte deutlich mehr Wärme nach unten verlieren kann.
- Wenn Sie Fördermittel des Eko Fonds oder den Standard eines Niedrigstenergiegebäudes erreichen möchten.
Warum diese Entscheidung dauerhaft ist – genau wie jeder Winter für einen Bären
Ein Bär kann sein Winterlager jedes Jahr dicker auspolstern, wenn es nötig ist. Ein Hausbesitzer hat diese Möglichkeit nicht.
Fenster können später ausgetauscht, die Fassade renoviert oder das Dach repariert werden. Doch sobald das Haus gebaut ist, lässt sich unter dem Gebäude keine Dämmung mehr nachträglich einbauen – nicht einmal ein Zentimeter.
Deshalb ist die Wahl der Dämmstärke unter der Fundamentplatte eine der wenigen wirklich dauerhaften Entscheidungen beim Hausbau. Sie muss getroffen werden, bevor der Beton gegossen wird – nicht erst nach dem Einzug.
Was Sie gewinnen, wenn Sie sich wie ein Bär entscheiden
Es geht nicht nur um niedrigere Heizkosten, auch wenn das oft der greifbarste Vorteil ist. Eine gut gedämmte Fundamentplatte bietet außerdem:
- Wärmere Böden an jedem Tag – mehr Komfort für Kinder, die auf dem Boden spielen, und für nackte Füße am Morgen.
- Geringere Abhängigkeit von zukünftigen Energiepreissteigerungen
- Ein besserer Energieausweis und damit ein höherer langfristiger Wert Ihrer Immobilie
Ein Bär baut sein Winterlager nicht, weil jemand den Energieausweis seiner Höhle prüfen wird. Er tut es, weil das Überleben im Winter kein Zufall sein sollte.
Die Logik ist beim Hausbau überraschend ähnlich – nur dass es hier nicht ums Überleben geht, sondern um den Komfort, den Sie jeden Tag in den nächsten 50 Jahren spüren werden.
Stela Haus Academy erstellt Bildungsinhalte für zukünftige Fertighaus-Bauherren, weil wir glauben, dass jeder Investor verstehen sollte, worauf es wirklich ankommt. Senden Sie uns Ihre Fragen zur Fundamentdämmung an office@stelahaus.com.